Social-Media-Brand-Guidelines taugen etwas, wenn sie auf eine Seite passen und genau die Fragen beantworten, die beim Posten aufkommen: Wie klingen wir? Was sagen wir nie? Welche Visuals passen zur Marke? Wer gibt frei? Diese Vorlage hat sechs Blöcke. Du füllst sie einmal aus, in unter einer Stunde, und pinnst die Seite dort an, wo dein Team Posts einplant.
Kurz gesagt: Sechs Blöcke, eine Seite: Tonalität in drei Wörtern, Sagen- und Nie-sagen-Listen, Regeln für Visuals, Hinweise pro Plattform, eine Freigaberegel und ein Check mit 5 Punkten vor dem Posten. Rutscht es auf eine zweite Seite, streich.
Block 1: Tonalität in drei Wörtern, jeweils mit Beispiel
Such dir drei Wörter aus und zeig zu jedem einen echten Satz. „Freundlich" sagt niemandem etwas, bis das Team sieht, wie freundlich in euren Captions klingt.
| Tonalitäts-Wort | So klingen wir | So klingen wir nie |
|---|---|---|
| Klar | „Deine Bestellung geht am Freitag raus." | „Ihre Sendung wurde zur Auslieferung freigegeben." |
| Herzlich | „Danke fürs Warten, sorry für die Verzögerung." | „Wir bitten um Entschuldigung für etwaige Unannehmlichkeiten." |
| Direkt | „Das hat sich geändert." | „Wir freuen uns, ein spannendes Update anzukündigen." |
Ersetz die Beispiele durch deine eigenen. Die rechte Spalte hilft mehr als die linke.
Block 2: Wörter und Themen
Zwei kurze Listen:
- Immer sagen: Produktnamen in der richtigen Schreibweise, dein Claim in der festen Form, der Hashtag, der dir gehört.
- Nie sagen: Namen von Wettbewerbern, Versprechen ohne Beleg, Witze über heikle Themen, Wörter, die die Rechtsabteilung verboten hat.
Mehr als zehn Einträge pro Liste sind zu viel. Lange Listen liest niemand.
Block 3: Regeln für Visuals
Schreib Regeln auf, die ein Designer auf einen Blick prüft: wo das Logo sitzt und wie viel Luft es drumherum braucht, die zwei oder drei Markenfarben mit Hex-Codes, die Schrift für Text auf Bildern und welcher Fotostil erlaubt ist. Verlink lieber den Asset-Ordner, statt Bilder auf die Seite zu packen.
Block 4: Hinweise pro Plattform
Eine Zeile für jede Plattform, auf der du wirklich postest, mit Ton und Länge.
- LinkedIn: Ich-Perspektive von der Unternehmensseite, keine Hashtag-Kette am Ende.
- Instagram: mindestens zwei ganze Sätze, Links gehören in die Bio.
- X: kurz, ein Gedanke pro Post.
In den Daten von Mydrop lagen Captions unter 80 Zeichen 9 % unter dem typischen Post des Accounts. Ab 80 Zeichen machte die Länge keinen messbaren Unterschied. Eine Regel wie „keine Captions mit nur einem Wort" lohnt sich also.
Block 5: Wer gibt was frei
Diesen Block lassen die meisten Guidelines weg. Dabei beantwortet er die Frage: „Wie sorgen wir dafür, dass Posts sich an die Regeln halten, wenn ein ganzes Team plant?"
| Post-Typ | Wer darf veröffentlichen | Wer muss freigeben |
|---|---|---|
| Routine-Post aus dem Content-Kalender | Social Manager | Niemand |
| Alles mit Preisen, Versprechen oder einer Person | Social Manager | Brand Lead |
| Krise oder heikles Thema | Brand Lead | Brand Lead und Rechtsabteilung |
Eine Regel, die nur in einem Dokument steht, gerät in Vergessenheit. In Mydrop halten Freigaben einen Post zurück, bis die richtige Person zustimmt. Marken und Workspaces halten Tonalität, Assets und Team jeder Marke an einem Ort zusammen, damit niemand im falschen Kanal postet.
Block 6: Der Check mit 5 Punkten vor dem Posten
Setz ihn ganz ans Ende, als Checkliste zum Abhaken:
- Klingt der Post nach unseren drei Tonalitäts-Wörtern?
- Kommt etwas von der Nie-sagen-Liste darin vor?
- Stimmen Logo, Farben und Bildstil mit der Marke überein?
- Sind Namen, Links und Hashtags richtig geschrieben?
- Braucht er nach Block 5 eine Freigabe?
Block 1 und 5 ausgefüllt für eine Kaffeerösterei
So könnten Block 1 und 5 bei einer kleinen Kaffeerösterei aussehen (ein Beispiel, keine Vorlage zum Abschreiben):
- Tonalität: klar, herzlich, eine Spur trocken. „Deine Bohnen gehen am Freitag raus" schlägt „Ihre Bestellung wurde versandt".
- Nie sagen: „bester Kaffee der Welt", Gesundheitsversprechen, der Name eines Wettbewerbers.
- Freigabe: Die Inhaberin gibt alles zu Preisen, Rabatten oder Gesundheit frei. Alles andere darf die Aushilfe selbst veröffentlichen.
Fällt dir was auf? Die Listen sind kurz, und die Freigaberegel nennt genau eine Person. Deshalb klappt sie auch an einem hektischen Dienstag.
So bleibt sie lebendig
Geh die Seite jedes Quartal durch. Ist ein Post danebengegangen, etwa wegen eines falsch geschriebenen Produktnamens, ergänz eine Zeile. Streich dafür eine, die keiner gebraucht hat. Wächst eine Guideline nur noch, wird sie zu genau dem 40-seitigen PDF, das du vermeiden wolltest.
Für Agenturkunden oder ein Rebranding brauchst du vielleicht einen längeren Styleguide. So erstellst du einen Social-Media-Styleguide für deine Marke geht tiefer ins Detail. Fürs tägliche Posten reicht diese Seite.
Nächster Schritt: Kopier die sechs Überschriften noch heute in ein Dokument und füll zuerst Block 1 und 5 aus. Sie verhindern die meisten Fehler. Willst du Block 5 direkt in deinem Planer durchsetzen, starte kostenlos mit Mydrop.













































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